SABRO hilft helfen e.V.
15:22 Uhr - 30. Oktober 2014 - sabro

Unser Weihnachtswunder wurde jetzt schon wahr – Nele!

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Nele war nicht geplant. Sie stand einfach da, in ihrer Box auf dem Rastplatz, und hatte kein Reiseziel.
Der Hund der fahren sollte, war verschwunden und so war ein Platz frei, also durfte Nele einsteigen – nur wohin?
Als Nele und ich uns trafen erfuhr ich, daß sie kein Zuhause hatte und wahrscheinlich sehr krank war. Ihre Leberwerte waren katastrophal. Sie saß in ihrer Transportbox und stöhnte leise vor sich hin…

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Irgendwie hörte ich mich sagen, daß sie zu uns kommen kann und so wechselte ihre Box in mein Auto.
Dich interessiert wie es weiter ging – dann klick HIER und Du gelangst zu Neles Geschichte.

Wir ließen die Blutwerte noch mal überprüfen und stellten fest, das sie sich sogar noch weiter verschlechtert hatten. Ein Ultraschall brachte dann Klarheit: ein Lebertumor
Egal ob gutartig oder bösartig, Lebertumore wachsen in der Regel schnell und verdrängen das gesunde Lebergewebe, so daß die Leber nicht mehr arbeiten kann. Der Hund stirbt.
Da stand ich vor Nele. Sie hatte es geschafft aus einem polnischen Tierheim nach langer Zeit frei zu kommen, obwohl sich niemand für sie entschieden hatte.
Sie war alt – irgendwas zwischen 10 und 15 Jahren, Nele war kein Hund, den man üblicherweise als „hübsch“ bezeichnet, sie roch durch ihre vereiterten Zähne furchtbar aus dem Maul und würde sterben, weil eine Operation aussichtslos sein sollte. Die Leber kann eben leider nicht wie die Milz entfernt werden.

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Hier Nele an ihrem ersten Wochenende in „Freiheit“ in unserem Garten. Noch vor ihrer OP.

Und Nele hatte definitiv Schmerzen, wenn sie auf dem Bauch lag, weil der Tumor drückte.
Ich weiß nicht, warum ich nicht einfach dem Tierarzt unseres Vertrauens zustimmte und sie erlösen ließ.
Irgendwie war ich mir sicher, daß Nele leben wollte – jetzt, wo sie es geschafft hatte das Tierheim zu verlassen.

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Also nahm ich sie wieder mit und setzte mich vor den Laptop. Da gab es viele Berichte über Hunde die alt waren und mit der Diagnose Lebertumor eingeschläfert worden sind – logisch.
Aber es gab auch einen Bericht von dem Leiter der Tierklinik in Hofheim am Taunus in dem stand, daß schon viele alte Hunde erfolgreich an der Leber operiert worden sind!

Innerhalb von Minuten hing ich am Telefon und machte einen CT Termin in Hofheim und für den darauf folgenden Tag einen OP Termin, bei eben diesem Arzt – sollte eine OP überhaupt möglich sein.
Und dann starteten Nele und ich am 15.10.2014 von Hamburg in Richtung Frankfurt. Pünktlich zum CT kamen wir an und die Untersuchung ergab, daß ihr Tumor trotz seiner riesigen Größe aller Wahrscheinlichkeit nach operabel ist.
Und dann kam die Frage, die ich wohl verdrängt hatte: „Sollen wir morgen operieren?“
Obwohl ich deshalb ja eigentlich die Fahrt auf mich genommen hatte, wurde ich unsicher und verschob die Antwort auf den nächsten Tag.
Wir übernachteten in einem Hotel und ich lag die ganze Nacht neben ihr auf dem Bett wach und fragte mich, ob ich ihr jetzt die wenige Zeit in Freiheit auch noch stehlen würde? Würde sie die OP überleben? Was wäre wenn sie dabei sterben würde und nichts Schönes gesehen hätte? Was wäre, wenn ich warten würde – 2 oder 3 Wochen, ein paar Monate – nein das ging nicht, der Tumor würde weiter wachsen. Eine OP war nur jetzt möglich oder gar nicht… Nele schnarchte zufrieden und bekam von meinem anstrengenden Für und Wider nichts mit.

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Am nächsten Morgen klopfte ich mit einer Ärztin noch mal alles ab. Alternativen gab es keine. Garantien, daß die OP gelingen würde ebenfalls nicht…
Ich setzte alles auf eine Karte. Meine einzige Bedingung war, daß ich bis zur Narkose bei ihr sein wollte, was in der Klinik unüblich ist. Das wurde mir gewährt. Als Nele in Begleitung einer Tierpflegerin in Richtung OP-Saal ging, drehte sie sich nicht mehr nach mir um. Sie ging schnurstracks durch die Tür und verschwand.
Danach begann für mich das Warten… Ich sagte mir immer wieder, das es ein gutes Zeichen ist, wenn sie mich nicht gleich rufen. Eigentlich wollte ich ins Hotel fahren und mich hinlegen. Das verwarf ich gleich wieder. Ich stand wie viele andere auf dem Hof und ging nervös auf und ab.
Ich sah eine Frau mit ganz verweintem Gesicht ohne ihren Hund ins Auto steigen und abfahren… Mein Herz rutschte immer tiefer.
Nach endlosen 3 Stunden wurde ich aufgerufen. Nele lebte! Die OP sei gut verlaufen, der Tumor konnte separiert werden, nun müsste man sehen wie ihr alter Körper damit umgeht.
Ich blieb natürlich auch diese Nacht in Frankfurt und fuhr am nächsten Morgen wieder in die Klinik. Ich wußte, daß ich Nele nicht sehen darf, damit der Trennungsschmerz den Hund nicht zusätzlich belastet. Aber ich wollte in ihrer Nähe sein und wissen, wie ihre Nacht war.
Ich war ganz überrascht zu hören, daß sie schon abends gefressen hatte und nachts ein Beruhigungsmittel verabreicht bekommen hatte, weil sie gegen das in ihren Augen erneute „Tierheimdasein“ so lautstark protestierte!
Das klang nicht nach einem Hund, der sterben wollte – beruhigt fuhr ich nach Hause.
Jeden Tag rief mich die Klinik an und berichtete von Nele. Nach 4 Tagen durfte ich sie abholen. Also fuhr ich nachmittags los, um sie noch abends aus der Klinik zu holen. Eigentlich war ich mir sicher, daß sie mich gar nicht wieder erkennen würde. Sie hatte seit ihrem Tierheimaufenthalt so viele Eindrücke verarbeiten müssen…
Aber kaum kam Nele um die Ecke, da stürzte sie sich voller Freude auf mich und alles an ihr wackelte! So schnell sie konnte, flitzte sie mit mir raus, pinkelte kurz und sprang dann flugs ins Auto. „Darf sie das schon?“ Nein, natürlich durfte sie das nicht!

Nele und ich übernachteten wieder im Hotel und diesmal schlief ich nicht, weil ich gar nicht genug von ihrem Schnarchen bekommen konnte :-)
Am nächsten Morgen hatten wir noch einen Ultraschall-Termin zum richtigen Aus-Checken: keine Blutungen, keine Hämatome, alles prima!
Die Pathologie ergab dann noch, daß es ein gutartiger Tumor war.

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Also nordwärts Nele – Du hast jetzt auch ein Ziel – Du gehörst jetzt zum SABRO Rudel und hast endlich ein festes Zuhause für eine hoffentlich noch ganz ganz lange Zeit!!!
Nele, wir sind sooo stolz auf Dich!

Nachtrag 22.10.2014:

Nele hat im Anschluss an die OP eine leichte Pankreatitis bekommen und muss deshalb noch etwas Diät halten. Ansonsten geht es ihr ganz hervorragend. Sie ist glücklich und endlich schmerzfrei. Schon direkt am Abend des OP Tages hat sie selbstständig gefressen!

Wir bedanken und in diesem Zusammenhang noch einmal ganz herzlich bei Herrn Dr. Kessler von der Tierklinik Hofheim am Taunus, der sie so hervorragend operiert hat und bei dem gesamten Team, das sie (und mich ;-) )wunderbar betreut hat! Hier für alle Interessierten noch der Link zu der Tierklinik Hofheim.

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