06. August 2009
Hallo und viele Grüße von Pluszak!
Unser Plusz ist umgezogen! Wir haben im Frühjahr ein kleines, altes
Fachwerkhaus gekauft mit Hof und weitläufigem Garten, durch den ein kleiner Wasserlauf zieht, ganz und gar ruhig direkt im Landschaftsschutzgebiet gelegen. Ideal für die Hunde, göttlich für uns. Wir fühlen uns hier alle vier sehr wohl.
Für Pluszi hat der Umzug ins neue Heim eine Menge Vorteile gebracht, die er
nutzt und genießt. Allen voran gibt es nun keine Treppen mehr für ihn zu überwinden - er kann rein und raus, wie es ihm gefällt, was er seit dem ersten Tag hier auch ohne Ende nutzt. Er liebt es, in die pralle Sonne zu gehen und kurz vor dem Garpunkt wieder ins kühle Haus zu huschen, um sich dort für die nächste Sonnensession runter zu klimatisieren. Er liebt es auf dem Hof zu liegen, im Garten zu lümmeln, mich bei der Beerenernte zu besuchen und wieder zurück auf sein Hundebettchen zu gehen. Alles ganz alleine und ohne dass ihn jemand tragen muss!
Es ist so schön zu sehen, wie sehr er seine neue Selbstständigkeit nun genießt. Sein Selbstbewusstsein hat einen gewaltigen Schub dadurch bekommen - was uns unglaublich gut gefällt und auch anderen Menschen, die ihn kennen, positiv auffällt.
Anfangs hatten wir Sorge, dass er sich nicht an den neuen Standort gewöhnen könne - er ist so starr im Kopf. Aber nach dem ersten Besuch hier im neuen Haus, wurde diese Sorge durch eine andere ersetzt: wie bekommen wir ihn wieder in die alte Wohnung? Er fand es hier von Anfang an so toll, dass er immerzu alles daran setzte, hierhin zu kommen, obwohl wir noch nicht umgezogen waren.
Auch der Kabelsalat auf „seinem“ Sofa während des Packens konnte Pluszi nicht aus der Ruhe bringen – er hat sich zu unserem großem Amüsement einfach mitten rein gelegt – er bringt uns jeden Tag zum Lachen mit seiner unverblümten, direkten und einfach nur rührenden Art!
Pluszi liebt inzwischen allerlei Knabbereien – womit er anfangs ja gar nichts anfangen konnte... Das freut uns total!
Mit viel Freude und großer Konzentration ist er beim Knabbern bei der Sache. Selbst beim Kong gibt er nicht auf – für ihn ein unglaublicher Fortschritt!
Den Bilmatta-Berg während des Umzugs fand er einfach göttlich – für unseren Prinzen auf der Erbse kann es gar nicht weich und kuschelig genug sein!
...allerdings: wer hoch liegt, rollt auch tief runter:
und landet manchmal in prekären Lagen, aus denen man nach viel Geschrei herausgehievt werden muss:
Ein Detail aus seiner Vergangenheit hat sich uns aufgetan, als wir den Hunden vor einer Weile mal jeweils ein Ei gaben: Anton kullerte es unwissend, was er damit anfangen sollte, herum. Pluszi jedoch bekam ganz glückliche und warm strahlende Augen, sein ganzes Gesicht schien auf und dann begann er es ganz geschickt zu pellen und vorsichtig zu essen. Zum Schluss pickte er noch sorgfältig sämtliche Schalen vom Boden auf und knusperte sie klein. ... so ein kleiner Eierfreund!
Und unten sieht man mal ganz schön, wie schlank er geworden ist! Wir sind sehr froh, dass er seinen Trommelbauch aus Polen im Verlauf des ersten Jahres losgeworden ist – das ist für seine Gelenke einfach nur eine Wohltat! Man sieht eine Stufe: ein Raum hier ist tiefer gelegt, weil das Haus ansonsten nur sehr niedrige Decken hat. Diese wenigen Stufen meistert Pluszak ganz lässig.
30. Juni 2008
Pluszaks Geschichte, Teil 1
Grölbärt Bockbein macht Urlaub – oder – das besondere Seniorenheim auf Tour
(Anmerkung: Die Überschrift kommt nicht von Pluszak, sondern von seinem „persönlichen Senioren-Pflegeteam“, also seiner Familie)
Also, jetzt muss ich, Pluszak, euch eine Geschichte erzählen. Wir sind zusammen in Urlaub gefahren!!!
Ich wusste anfangs zwar nicht, was das bedeutet, aber ich erzähle erst mal weiter. Meine Menschen haben in den drei Wochen, die ich bei ihnen bin, davon erzählt und waren ganz aufgeregt.
Neulich abends haben sie mich ins Auto gehoben und dann sind wir losgefahren. Die Menschen vorne, dahinter Anton auf der Rückbank und ich ganz hinten in meinem eigenen Abteil.
Zuerst dachte ich: „Wie blöd. Schon wieder werde ich irgendwohin gebracht.“Die ganze Nacht über ging die Fahrt. Und am nächsten Vormittag immer noch weiter. Aber dann waren wir am Ziel. Ja, wir alle zusammen. Die haben mich also nicht irgendwohin gebracht, sie sind auch mit da geblieben.
Langsam glaube ich, dass ich nun für immer bei denen bleiben werde.
Hier, an unserem Urlaubsort, fühle ich mich eigentlich ganz wohl. Wir sind in einem Häuschen am Waldrand.
Die Gegend ist ja soooo spannend. Außerdem haben wir ganz nette Nachbarn.
Wir haben schon ganz viel erlebt.
Wir sind auf irgendwelchen kaum erkennbaren Waldwegen über Stock und Stein geklettert. Manchmal war mir das auch zu viel. Da hab ich mich dann einfach tragen lassen (ich bin ja auch klein und handlich, meine Menschen sagen, ich wiege etwas über 26 kg).
In der Beziehung ist der Service hier recht gut. Meine Menschen versuchen durchaus, mir die Wünsche von den Lefzen abzulesen.
Klar, perfekt sind sie darin nicht. Aber es sind eben nur Menschen und sie geben ihr Bestes.
Aber ich wollte ja vom Urlaub erzählen. Die Menschen suchen ständig neue Wege aus. Ich kann häufig von der Gegend gar nichts erkennen, weil der Farn und alles mögliche Andere so hoch gewachsen sind, dass ich völlig im Grünen untergehe. Dann kreuzen häufig Mäuerchen unseren Weg. Bei den kleinen kann ich oft selbst einen Weg finden, aber über die größeren muss ich mich doch tragen lassen.
Mein Kumpel Anton hat es da viel leichter. Der ist viel größer und beweglicher. Der klettert wie eine Bergziege über alle Hindernisse hinweg.
Dann haben meine Menschen ein nettes Spiel mit mir eingeübt. Ich bekomme eine Gummikugel, die mit Leckerchen gefüllt ist. Die muss ich so lange hin und her bewegen, bis die Leckerchen rausgefallen sind. Ich habe noch eine ganz einfache, aber Anton muss da viel mehr tun, um an seine Kekse zu kommen.
Besonders gut gefallen mir auch die Nachtspaziergänge. Wenn wir spät abends unterwegs sind, ist das ganz komisch hier. Es wird gar nicht dunkel (die Menschen nennen das hier Mittsommer). Anton spielt immer ganz viel auf diesen Gängen mit seinem Ball und ich bekomme jedes Mal einen Keks ab, wenn er seinen Ball zurückbringt. Toller Service, und Anton spielt viel mit dem Ball!!!
Leider kann ich gar nicht so viel draußen liegen wie ich will. Es fängt öfter mal zu regnen an. Und wenn meine Menschen nicht auf Zack sind, muss ich ganz schön schreien, damit sie reagieren. Es geht ja auch nicht, dass ich nass werde. Schließlich sagt man nicht umsonst, dass man bei solchem Wetter keinen Hund vor die Tür jagt.
Die Verpflegung ist gut hier. Aber da mir ein Luxus-Seniorenheim versprochen worden ist, kann man das ja auch so erwarten. Es war aber am Anfang ganz schön gewöhnungsbedürftig. Ich kannte es ja gar nicht, mehrere kleine Mahlzeiten zu bekommen. Ich kriege jetzt Frühstück, Mittagessen und Abendbrot und dazwischen noch Leckerchen durch Antons Spiele.
Das Essen bekommt mir recht gut, es ist mit viel Gemüse, Kartoffeln und solchem Kram. Nur mit dem Fleisch ist die Küche recht knauserig. Angeblich bekomme ich Diät wegen meiner Nieren.
Auf Dauer werde ich damit nicht zufrieden sein. Na ja, erst Mal warte ich aber ab. Aber eine Sache verstehe ich nicht so ganz: Wieso nennen die das Urlaub? Ist doch ganz normal so, oder?!?
Liebe Grüße von Pluszak
Anmerkungen des „persönlichen Senioren-Pflegeteams“:
Wie die Überschrift über Pluszaks Brief zeigt, hat er mittlerweile mehrere Namen oder Titel von uns bekommen.
Normalerweise nennen wir ihn nur Pluschi oder Plusch. Aber seine Eigenarten haben ihm einige Titel eingebracht. Da er nicht besonders beweglich ist und kaum Muskeln an den Hinterläufen hat, fällt es ihm sehr schwer aufzustehen. Er dirigiert uns, wenn er irgendwelche Bedürfnisse hat. Er kläfft, wenn er Durst hat, Essen will, mal muss oder Lageweile hat oder sich nach Gesellschaft sehnt.
Wenn er nach der Abendrunde zum Haus zurückkommt, fängt er ein wahres Grölkonzert an. Seine Stimme klingt ziemlich heiser und trötend, was ihm den Beinamen „die Hupe“ eingebracht hat. Wenn er etwas will und nicht erreicht, fängt er lautstark an zu protestieren.
Daher haben wir ihn „Grölbärt“ genannt. Auf verschiedenen Gängen hat er gezeigt, dass er seinen eigenen Willen hat und auch durchsetzen will.
Zum Beispiel will er irgendwo schnüffeln (und zwar ausgiebig). Ist ja auch in Ordnung. Aber irgendwann reicht es mal (uns zumindest). Wenn wir versuchen, ihn da wegzubekommen, wird er sehr „bockbeinig“, woher er den Namen „Bockbein“ bekommen hat.
Wenn wir es dann schaffen, ihn da wegzuführen, ohne dass er sich einfach fallen lässt (einer seiner Wege zu sagen, dass er etwas nicht will), dann versucht er bei jeder Gelegenheit, an die Stelle zurückzukehren.
Wenn er irgendwann einmal körperlich fitter ist und mobiler wird, können wir uns auf einiges gefasst machen. Da wir von Anton her sehr verwöhnt sind (Anton sagt fast nie etwas, außerdem lässt er sich sehr gut lenken, da wir gut miteinander kommunizieren können), ist das Zusammenleben mit Pluszak hin und wieder schon eine Herausforderung.
Er hat natürlich auch „nette“ Titel bekommen. Weil er so ausdauernd, geduldig und tapfer die Spaziergänge mit macht, heißt er auch zuweilen der „Tapfer-Stapfer“.
Einen netten Namen hat er noch von ein paar Jugendlichen bekommen, als wir vor dem Supermarkt mit ihm eine kurze Runde gedreht haben. Ein Jugendliche rief: „Titta, en räv!“ (Schau mal, ein Fuchs), daher ist er auch unser „großer Fuchs“, was möglicherweise auch nicht so weit hergeholt ist, möglicherweise hat er in seinem Stammbaum auch einen Harzer Fuchs oder ähnlichen Hütehund.
Teil 2
So, der Urlaub ist vorbei. Wir sind alle wohlbehalten wieder daheim.
Der Urlaub war, trotz schlechten Wetters, für alle eine Bereicherung. Für uns war es schön, dass die beiden Hunde so gut miteinander ausgekommen sind. Für Pluszak war es schön, dass er so viel Neues kennen gelernt hat.
Auf den vielen Spaziergängen hat er die verschiedensten Untergründe zum Laufen gehabt.
Im Wald gab es viele Wurzeln, Tannenzapfen, Äste und andere Gegenstände, die für ihn bei seiner eingeschränkten Mobilität richtig zu Hindernissen werden konnten und ansonsten sein Gleichgewichtsgefühl und alle seine Fähigkeiten herausgefordert und geschult haben.
Er kann jetzt sehr viel besser laufen als vorher. Nur mit dem Aufstehen hapert es immer noch. Da scheint er noch keine großen Fortschritte gemacht zu haben.
Für Anton hat es mehr Ruhe in den Tag gebracht. Wir hatten den Eindruck, dass er froh war, dass er nicht so viel unterwegs sein musste wie vorher. Er scheint die Ruhe genossen zu haben. In jedem Fall hat er so ausgeruht gewirkt, wie vorher noch nie im Urlaub.
Das Zusammenspiel der beiden Hunde war erstaunlich. Anton lässt es ohne erkennbare Regung zu, dass Pluszak an seine Näpfe geht (der Futternapf ist ja auch immer leer, wenn Anton ihn verlässt).
Pluszak kennt ohnehin nicht den Unterschied zwischen seinen und Antons Sachen. Wenn er sich zum Schlafen legen will, legt er sich auch manchmal in Antons Bett.
An einem Abend wollte Anton aber auch in sein Bett (häufig liegt er ohnehin nicht drin), also hat er sich einfach zu Pluszak dazugelegt und beide haben in Ruhe geschlafen. Es passiert auch immer wieder, dass Anton sich Rücken an Rücken zu Pluszak kuschelt und die beiden dann in engem Kontakt miteinander ausruhen.
Auf Spaziergängen hat Anton sein Tempo von sich aus gedrosselt und achtet jetzt darauf, dass Pluszak mithalten kann. Pluszak seinerseits orientiert sich an Anton. Wo der hingeht, da folgt Pluszak (meistens jedenfalls, außer wenn Pluszak sich etwas anderes vornimmt und eine verheißungsvolle Spur verfolgt).
Wir haben uns vorher Gedanken gemacht, ob wir überhaupt in Urlaub fahren können, weil Pluszak ja zur Abfahrt erst drei Wochen bei uns war. Jetzt sind wir froh, dass wir es gemacht haben, weil es für uns alle als Team eine gute Zeit war, wir viele neue Erfahrungen gemacht haben und toll zusammengewachsen sind.
Alle Bedenken, die wir vorher hatten, haben sich als völlig unnötig herausgestellt. Stattdessen haben wir davon profitiert, dass wir jetzt zu viert sind.
So viel zu unseren Urlaubserlebnissen.
Bis zum nächsten Mal Christian, Claudia, Anton und Pluszak
23. Mai 2008
Pluszaks erster Tierarztbesuch in Deutschland
Heute haben wir Pluszak bei Dr. Böer vorgeführt.
Eigentlich hatten wir mit ihm vereinbart, dass wir Pluszak erst einmal richtig hier ankommen lassen, bevor wir ihn mit irgendwelchen Untersuchungen "quälen". Da wir aber seinen Husten und sein teilweise gurgelndes Atmen bedenklich fanden, haben wir diesen Termin vorgezogen.
Zunächst hat Dr. Böer ihn aber nur abgehört (Herz und Lunge) und war mit dem Ergebnis zufrieden. Die Untersuchung hat keinerlei Fehler oder Krankheiten ergeben. Da wir im Laufe der Woche festgestellt haben, dass Pluszak immer dann hustet, wenn er sich aufregt, könnte der Husten auch psychische Ursachen haben.Pluszaks schütteres Fell im hinteren Bereich kann verschiedene Ursachen haben. Möglich ist, dass er Probleme mit der Schilddrüse hat, genauso kann es aber auch sein, dass er Sarcoptes-Milben hat. Um das und andere Krankheiten herauszufinden, wurde Blut abgenommen. Montag Abend werden wir das Ergebnis erfragen.
Außerdem wird getestet, ob er einen MDR1-Defekt hat, das ist möglich bei englischen Hütehunden und hat Auswirkungen auf die Behandlung von Sarcoptes (falls er die hat). Wenn die Blutwerte vorliegen, wird auch festgelegt, wie die weitere Untersuchung vor sich gehen soll. Dann wird seine Hüfte geröntgt, zusätzlich wahrscheinlich auch noch seine Lunge, um da alle Zweifel auszuschließen. Für die Röntgenaufnahmen muss er eine Narkose bekommen, und die kriegt er nur, wenn Dr. Böer über das Blutbild einen Eindruck vom Zustand von Pluszaks Leber und Niere hat.
Alles weitere ist zurzeit nebensächlich und wird nach und nach untersucht, wenn die wesentlichen Sachen im Griff sind.
Ansonsten sind noch ein paar Kleinigkeiten gecheckt: Seine Ohren sind sauber, da war Dr. Böer positiv erstaunt. Wenigstens von der Seite droht kein Unheil, außerdem zeigt es uns, dass sein Immunsystem zum Teil funktioniert.
Seine unteren Reißzähne sind doch nicht abgekniffen. Dass die so komisch aussehen, liegt daran, dass Pluszak einen Fehlbiss hat und die oberen Reißzähne die unteren abgeschliffen haben (wenigstens ist er in der Beziehung nicht gequält worden!).
Trotzdem kann es passieren, dass er bei beiden unteren Reißzähnen eine Wurzelbehandlung benötigt. Aber das kommt später. Die offene Wunde über seinem rechten Auge ist eine Warze, die er sich aufgekratzt hat. Die wird entfernt, wenn er für die Röntgenbilder in Narkose liegt.
Ansonsten haben wir uns über Pluszaks mögliche Rassezugehörigkeit unterhalten. Dr. Böer hatte spontan ebenfalls die Idee, dass es eine altdeutsche oder polnische Hütehundrasse sein könnte.
Ach ja, da sind natürlich noch die Würmer in seinem Magen-Darm-Trakt.
Nach und nach kommen immer mehr davon hinten raus (ziemlich lebhaftes Treiben!!!), wir werden das mit Milbemax weiter behandeln.
Falls bei der Blutuntersuchung herauskommt, dass er Sarcoptes hat, schlagen wir damit zwei Fliegen mit einer Klappe, da Milbemax auch gegen Sarcoptes eingesetzt wird. So weit sind wir bisher gekommen. Wenn wir mehr erfahren, werden wir wieder darüber berichten.
Liebe Grüße!

20. Mai 2008
Pluszak ist da - das erste Wochenende zu viert
Nachdem sich die Ankunft von Pluszak und den anderen Hunden aus Polen am vergangenen Freitag verzögert hat, war es dann gegen 22 Uhr soweit: Der Transport war am Ziel.
Einer der ersten Hunde, die ausgeladen wurden, war Pluszak. Das Gesicht, das durch die Tür des Kennels schaute, sah aus wie das von Pluszak, das wir von Fotos her erkannten, nur der Hund dahinter war sehr viel kleiner, als wir uns vorher ausgemalt hatten.
Wir hatten mit einem 40-kg-Hund gerechnet, der ca. 65 cm Schulterhöhe hat. Heraus kam aber ein "Kleiner" mit nur ca. 25 kg Gewicht. Unsere Vorstellung, dass wir jetzt versuchen müssten, einen völlig fertigen und verschüchterten Hund aus dem Kennel zu heben, hatte sich auch gleich zerstreut. Entgegen kam uns ein kleiner, drahtiger Kerl, der auf eigenen Beinen unterwegs war.
Nach einem kurzen Augenblick hat er sich auch gleich über die mitgebrachten Wurststücken gefreut. Appetit hatte er auf alle Fälle. Das Geschirr, das wir in Erwartung des großen Hundes mitgebracht hatten, lag ziemlich schlabbrig um Pluszaks Körper. Auch auf kleinster Einstellung war es ihm viel zu groß (eines der Geschirre, die unser Anton, ein siebenjähriger Goldie sonst trägt). Auf dem Weg zu unserem Auto fing er gleich an zu markieren. Offensichtlich war er nicht so verstört, wie wir das erwartet hatten.
Am Auto angekommen, haben wir ihn gleich mit Anton bekannt gemacht. Beide Hunde waren mehr auf die angebotenen Wurststückchen fixiert als auf den jeweils anderen Hund. Als Pluszak dann in unserem Auto lag (wir haben unseren Kleinwagen wegen der beiden Hunde kurzerhand Doggomobil genannt), hat er aber doch einen völlig geschafften Eindruck gemacht.
Die zwei Stunden Fahrt nach Hause hat er unsichtbar (aber nicht unhörbar, er schnarcht!!!) auf seiner Liegefläche verschlafen. Zu Hause ist er gleich auf die erstbesten Bäume los, um zu pinkeln.
Nach einer Mahlzeit, die er begierig gefuttert hat, haben wir ihn in seine Kudde getragen (im ersten Stock, an Treppen steigen ist überhaupt nicht zu denken). Er ist gleich wieder in Tiefschlaf gefallen.
Samstag Morgen haben wir ihn um 8 Uhr geweckt und runtergetragen, es folgte die erste Minirunde, die er gleich mit viel Schnüffeln und Markieren absolviert hat. Auf dieser Runde haben wir auch bemerkt, dass er durchaus weiß, was er will. Er scheint genau so ein Dickkopf zu sein, wie Anton. Wenn er meint, er möchte an einer bestimmten Stelle schnüffeln, dann versucht er das beharrlich zu erreichen.
Den Tag über waren wir wahrscheinlich aufgeregter als er. Er hat nämlich die meiste Zeit verschlafen. Kein Wunder nach dem, was er hinter sich hat. Als Schlafplatz im Wohnzimmer hat er sich Antons Jokkmokk ausgesucht, Anton wollte davon bisher nix wissen (wahrscheinlich ist es ihm zu warm).
Gegen Mittag hat er deutlich gemacht, dass er gerne unterwegs sein möchte. Ich bin mit ihm eine kleine Runde durchs Dorf gezogen. Ich hätte nie gedacht, dass eine derartige Runde bereits am ersten Tag möglich sein würde. Wir waren bestimmt eine Dreiviertelstunde am Stück unterwegs!!! Vom Weg her war die Strecke nicht sehr lang, aber er läuft noch sehr langsam.
Aufgrund seiner Vorgeschichte (Beckenbruch, anschließende OP, Monate an der kurzen Kette) kommt er nur mühsam auf die Beine, aber wenn er erst einmal steht, dann will er seine Beine auch benutzen.
Abends haben wir ihn dann in die Badewanne verfrachtet. Zum Glück hat er sich nicht gewehrt, er scheint das Bad auch sehr positiv aufgenommen zu haben. Zumindest hat er nicht unwillig gewirkt (außer bei der Kopfwäsche). In triefend nassem Zustand hat er recht verloren gewirkt. Er hat uns aber bewiesen, dass er sich wenigstens so sehr schütteln kann, dass das Wasser im gesamten Bad verteilt worden ist. Nach dem Bad ist er zwar nicht weiß geworden, er ist immer noch rotblond, aber die Farbe ist ein wenig deutlicher zum Vorschein gekommen (wahrscheinlich hat er bei der Aktion auch 'abgenommen'). Das Fell ist doch nicht völlig stumpf. Allerdings haben wir für die Aktion eine ordentliche Portion Shampoo benötigt. Der Abfluss war zum Glück hinterher nicht völlig verstopft, obwohl das Waschwasser tiefbraun abgelaufen ist. Jetzt kann man ihn auch anfassen, ohne gleich braune Hände zu bekommen. Nach dem Bad haben wir ihn in eine Decke gewickelt und er hat sich ausgeruht.
Auch die zweite Nacht war sehr ruhig. Er lag ruhig in seiner Kudde und hat sich nicht gemuckst.
Sonntag Morgen hat er sich dann gemeldet. Offensichtlich war die Blase voll. Er kneift aber zuverlässig zusammen und meldet an, dass er raus möchte. Als erstes Zeichen fängt er an, an sich herumzuschlecken. Wenn wir darauf nicht reagieren, fängt er an sich zu kratzen. Wenn wir es dann immer noch nicht kapiert haben, setzt sein fanfarenartiges Kläff-Geheule an. Also schnell die Treppe runter und draußen abgesetzt und auf geht's zur ersten Runde. Die gleiche Runde, die ich am Vortag noch für ihn als bemerkenswert groß angesehen habe. Nur hat er sie jetzt statt in 45 Minuten in 30 Minuten absolviert.
Die Runden haben sich den Tag über noch vergrößert, die längste Runde (unsere Dorfrunde), die wir ihn haben laufen lassen, hat fast eine Stunde gedauert. Wenn wir mit Anton unterwegs sind, dauert die Runde (allerdings mit Spielen) auch fast so lange. Wenn wir Menschen ohne Hund diese Runde spazieren sind wir in ca. 20 min. einmal rum - es ist also keine lange Strecke - aber die Hunde schnüffeln eifrig und ausgiebig. Pluszak geht darin völlig auf. Am Sonntag hat Pluszak auch sein eigenes, maßangefertigtes Geschirr bekommen. Ansatzweise ist es auf den Fotos zu sehen. Ein richtiges "Schwedengeschirr" in blau und gelb.
Der Montag lief natürlich völlig anders als das Wochenende. Da ich arbeiten muss und Claudia ihn nicht die komplette Treppe aus dem ersten Stock runtertragen kann, habe ich ihn kurz vor sieben Uhr runtergetragen und bin dann abgehauen. Claudia ist dann mit beiden Hunden auf die Frühtour gegangen. Für Pluszak ist das wohl ok, aber Anton kommt dabei zu kurz, weil er mehr Bewegung haben möchte.
Also ist Claudia nach der Frühtour mit Anton wieder los, Pluszak hat inzwischen wieder geschlafen. Sobald er wieder wach war, hat er stundenlang seine Fanfare ertönen lassen, ich glaube, ich muss Claudia von der Arbeit ein Paar Gehörschützer mitbringen. Da Anton ein sehr ruhiger Vertreter ist, der eigentlich nur auf Kommando bellt, sind wir an Pluszaks Gebelle noch nicht so gewöhnt.
Wir werden sehen, wie es jetzt weiter geht. Wir werden darüber berichten.
Liebe Grüße
Claudia und Christian
13. Mai 2008
PLUSZAK kommt!!!
Erst war ja gar kein Platz mehr im Bus, aber jetzt hat Mike Du Beau extra für Pluszak noch eine Box gebaut.
Er wird am 16. Mai in Deutschland erwartet und wir werden Sie mit Bildern weiterhin auf dem Laufenden halten.
25. April 2008
Pluszak ist seit 08.12.07 im Tierheim, er hatte einen Autounfall und lag 3 Tage im Strassengraben im Wasser. Er war völlig erschöpft, erkältet, hatte Lungenentzündung, eine verletzte Hüfte und innere Verletzungen. Nach der OP hatte er sehr lange gebraucht, bis er einigermassen wieder in Ordnung war. Pluszak war die erste Zeit im TH- Gebäude. Jetzt sitzt er an der Kette. Er ist sehr sanft, artig, ruhig und sehr traurig. Die meiste Zeit schläft er. Pluszak ist überhaupt nicht aggressiv, freundlich zu Tier und Mensch. Grazyna vermutet, dass er einfach im Alter entsorgt wurde (wahrscheinlich aus dem Auto rausgeworfen). Pluszak macht keinerlei Probleme.
Schreiben Sie uns eine Mail, wenn Sie Pluszak helfen möchten.
