Paulina

16. August 2010

Paulina hat ein neues Zuhause

Frau Hesel hat, wie man immer so schön sagt, Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt.

Paulina hat bei einem Doggen-erfahrenen Ehepaar ein neues Zuhause gefunden.

Wir werden Sie hier hoffentlich demnächst mit neuen Fotos unterrichten, wie es ihr jetzt geht.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Frau Hesel von den Tierfreunden Niederbayern!

 

 

Paulina

– eine Hündin, die ein ganz besonders schönes Zuhause verdient hat….

geschrieben von Sandra Brockmann

Ich habe Paulina und ihren Bruder Ende Juni im Tierheim Valle Colino auf Teneriffa entdeckt. Sie waren gerade vom Besitzer dort abgegeben worden und lebten schon 7 Jahre zusammen. Jetzt sollten sie der Einfachkeit halber getrennt vermittelt werden. Schnell haben wir uns entschlossen beide Doggen aufzunehmen und es wurde unter großem Einsatz von vielen Helfern ein Flug für den 08.07. für die Doggengeschwister organisiert.

Nur eine Woche vor dem Flugtermin dann die Schreckensnachricht aus Spanien: der Doggenrüde ist unter schrecklichsten Umständen – wahrscheinlich durch den Stress im Tierheim – an Magendrehung gestorben. Die ganze Nacht hat er sich gequält und am nächsten Morgen lebte er immer noch….

Paulina war die ganze Zeit bei ihm. Als ich das hörte, habe ich sofort einen Flug für den nächsten Tag gebucht und das Unmögliche wahr gemacht bekommen – einen Rückflug für den darauf folgenden Tag gemeinsam mit Paulina.

Im Tierheim angekommen war ich ehrlich gesagt mehr als geschockt vom Anblick der Hündin… sie konnte kaum aufstehen, so glatt war der Boden, aus der Nase kam eitriger Ausfluss (eine schlimme Bronchitis wie sich am nächsten Tag in der Klinik herausstellte), die ganze Gestalt nur Haut und Knochen und um sie herum eine Geräuschkulisse, die in der Hölle auch nicht schlimmer sein kann….

Sie hat sich förmlich an mich geklammert und ich habe ihr geschworen, dass ich sie keine Minute dort mehr allein lasse. Eine Mitarbeiterin von uns hat dann das völlig Unmögliche möglich gemacht: ein Hotel in Spanien zu finden, dass mich mit einem Hund – und dann noch einer Tierschutzdogge!!! – aufnimmt!

Es war sogar ein Hotel der oberen Preisklasse und Paulina saß wie ein Profi neben mir, als wir am Empfangstresen eincheckten! Sogar die offenen Marmortreppen in den ersten Stock hat sie mutig an meiner Seite bewältigt.

 

Die Nacht war dann sehr schlimm für uns beide. Mehrmals dachte ich, dass mir Paulina erstickt. Sie bekam kaum Luft. Also habe ich den nächsten Tag vor meinem Abflug in einer sehr guten Klinik dort verbracht und wir haben 4 Stunden lang Infusionen mit allen nur möglichen Medikamenten in Paulina fließen lassen.

Auf dem Flughafen zog Paulina natürlich alle Blicke auf sich. Die Abflughalle war mehr als voll, und wir mussten an ganz verschiedene Schalter um einzuchecken. Wahrscheinlich hätte ich sie sogar frei laufen lassen können! Sie klebte an meinem Oberschenkel. Nicht aus Angst, sondern wirklich an allem interessiert!!!!!

Den Flug musste sie natürlich im Frachtraum allein bewältigen während ich oben im Passagierbereich vor lauter Nervosität fast gestorben bin…

Aber in Hamburg angekommen hat sie mich in ihrer Box schon erwartet und nicht mal gehechelt. Ganz damenhaft ist sie ausgestiegen und dann professionell durch die glatten Flughafengänge mit mir gelaufen.

Wir hatten schon zuvor mit Gaby Hesel von den Tierfreunden Niederbayern telefoniert. Einen besseren Platz für Notdoggen findet man meiner Meinung nach in Deutschland kaum : - ))))

Natürlich wollten wir Paulina auch gerne einen Dauerplatz geben, sind aber in jedem Fall skeptisch, da sich nicht wirklich jeder Hund zum Rudelhund eignet und unser Rudel auch sehr bunt gemischt ist (die kleinste Hündin wiegt gerade mal 2 kg) .

 

Und prompt war sie am nächsten Morgen natürlich mit der Vielzahl unserer Hunde völlig überfordert. Ich hatte sie in ihren Augen gerettet und mich wollte sie auch für sich haben. Es sollte kein anderer Hund in meine Nähe kommen. Was nach allem was ihr widerfahren ist absolut verständlich ist.

Bei Gaby Hesel konnte ihr, rein räumlich von den Gegebenheiten her, die Zeit geben erstmal anzukommen. Paulina hatte viel Platz für sich allein und wird jetzt nach und nach die anderen Hunde kennen lernen.

Sie ist nervlich noch sehr stark angeschlagen, was sich darin äußert, dass sie sich in Stresssituationen in ihr eigenes Hinterbein beisst, was wirklich furchtbar anzusehen ist. An ihrem Hals kann man tiefe Abdrücke und Einschnitte erkennen. Sie wurde – wie so oft in Spanien üblich – mit einer Drahtschlinge um den Hals über all die Jahre kurz angebunden unter schlimmen Bedingungen gehalten.

 

Ich vermute, dass diese intelligente Hündin sich ihrem Schicksal nie ergeben hat und den ganzen Frust und Stress über all die Jahre versucht hat, durch Beissattacken gegen sich selbst so zu verarbeiten.

Gaby Hesel hat bereits herausgefunden, dass es inzwischen ein leichtes ist, die sensible Hündin durch Ansprache von einer Beissattacke (ähnlich wie das Rutenbeissen bei Zwinger- bzw. Kettenhunden) abzulenken. Sie hört dann sofort auf.

Es wäre deshalb extrem wichtig für Paulina so schnell wie möglich ein dauerhaftes ruhiges Zuhause zu finden in dem sie genügend Streicheleinheiten bekommt und wo ihr die Zeit gegeben wird ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten.

Dem Menschen gegenüber ist sie der absolut kuschligste und anlehnungsbedürftigste Hund, den ich je gesehen habe! Wie ein Welpe bettelt sie um Aufmerksamkeit und ich bin mir absolut sicher, dass Paulina auch ohne Leine auf Spaziergängen bei einem bleiben wird. Sie liebt „ihren“ Menschen bedingungslos.

Was andere Hunde angeht sind wir unsicher. Im Zwinger – wo mit ihr und ihrem Bruder zusammen mehrere Hunde gemeinsam saßen – ist es nie zu Streitereien gekommen. Weiteres wird hier aber auch die Zeit bei Gaby Hesel zeigen. Bei Paulina kommt es hinsichtlich anderer Hunde mit Sicherheit auch auf Sympathie bzw. Antipathie an.

 

Wenn Sie also Interesse an dieser wunderschönen Doggen-Dame haben und in der Lage sind diese Hündin artgerecht (incl. Sofa-Kuscheleinheiten : - ))) zu halten, dann bewerben Sie sich mit einem Vermittlungsfragebogen erst einmal bei SABRO. Wir leiten geeignete Bewerber dann umgehend an Frau Hesel von den Tierfreunden Niederbayern weiter.

HIER geht es zum Vermittlungsfragebogen

Informieren Sie sich HIER über die Bedingungen in der Valle Colino auf Teneriffa