Wielun

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Das  Tierheim Wieluń
 
Wieluń ist eine  knapp 25.000 Einwohner zählende Stadt im Verwaltungsbezirk Lodz im Südwesten Polens. Zur groben Orientierung: zwischen Berlin und Wieluń liegen über 460 km Strecke. Nach Warschau sind es von Wieluń gut 220 km.
 

 Quelle: www.weltkarte.com/europa/landkarte_polen.htm

 
Das Tierheim existiert noch nicht so lange, es wurde vor ca. 10-15 Jahren gegründet. In den ersten Jahren herrschten jedoch untragbare Zustände: Tierschützer beobachteten entsetzt, dass die Tierheimleitung die Hunde ohne ausreichend Nahrung und Wasser und ohne tierärztliche Versorgung leiden ließ; es kam zu Gewalt gegen die Hunde, wobei auch Tiere starben. Das Geld aus der Tiervermittlung kam nicht bei den Tieren an, sondern floss statt in das ohnehin knappe Tierheimbudget anscheinend in dunkle Kanäle. 
 
Dies änderte sich vor 5 Jahren, als 2003 die engagierte Tierschützerin Malgorzata diese Bedingungen in einem Internet-Forum öffentlich machte. Aus ganz Polen hagelte es Protestbriefe, der Bürgermeister wurde von empörten Bürgern eingeschaltet und es gab unendlich viel Rückhalt für Malgorzata.
 
Neben Malgorzata wurde noch eine weitere Tierschützerin, Ewa Kulik, aktiv und beide Frauen konnten das Ruder herumreißen. Ab 2004 übernahm Ewa die Tierheimleitung. Aber außer einem Mitarbeiter und dem gemeinsamen Engagement stand das Tierheim mit leeren Händen und vielen Problemen da:
die Hunde waren abgemagert, krank, verängstigt und apathisch.
Für das gesamte Tierheim mit den 50 dort lebenden Hunden stand nur ein
Jahresbudget von 12.000 Zloty zur Verfügung.
Das sind nicht einmal 3.500 ¤!
 
Ewa hat das Beste aus der Lage vor Ort gemacht, während Malgorzata, unterstützt von ihrem Mann Tomasz, via Internet Hilfe organisiert hat. Aus ganz Polen kamen Sachspenden, viele hilfsbereite Menschen haben den engagierten Frauen und ihren Schützlingen geholfen. Als im Frühjahr 2004 eine Virusepidemie unter den geschwächten Tieren  ausbrach, kam wieder viel Zuspruch und Hilfe aus ganz Polen. In diesem Jahr rief Ewa den Verein „Fundacja Zwierzyniec“ („Stiftung Heimtiere“) ins Leben, der sich seither um das Tierheim kümmert.
 
 
 
 
2006 wandte sich Ewa anderen Aufgaben zu und  Krystyna Krzyminska, bis dahin eine Mitarbeiterin Ewas, übernahm ihren Posten und führt seitdem das Tierheim:
 
 
 
 

 

 
 

Die Mitarbeiter des Tierheims (v.l. Krysia, Ania, Gosia, Andrzej und unten Heniek) bilden ein gutes Team. Viele von ihnen sind teilzeitbeschäftigt und jeder packt überall mit an: füttern, sauber machen, Streicheleinheiten verteilen oder Hunde zum Tierarzt bringen. Außerdem gibt es neben der Tierpflege ständig etwas zu reparieren und zu organisieren. Trotz der schlechten finanziellen Lage und des baulich desolaten Zustands macht das Tierheim einen sauberen und gepflegten Eindruck:
 
 
Das Tierheim selbst leidet unter seinem unglücklichen Standort – es befindet sich in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes, direkt im Stadtzentrum. Man kann sich vorstellen, welche Konflikte hier entstehen und wie viele Beschwerden täglich kommen!
 
  
 
Auf den Fotos oben sehen Sie das Tierheim am Marktplatz: Das weiße Gebäude und der Hof mit der Betonmauer bilden den Tierheimkomplex. In dem grünen Gebäudeteil ist ein Geschäft untergebracht. Der Hof des Tierheims ist nicht besonders groß. Die Zwinger liegen hinten im Hof. Das Büro ist von der Straße aus zu erreichen und über die Küche gelangt man in den Hof.
 
Die Stadtverwaltung verspricht dem Tierheim seit geraumer Zeit den gewünschten Umzug in einen Neubau, lässt bislang jedoch  keine Taten folgen. Solche leeren Versprechungen scheinen bezüglich der Tierheime vielerorts in Polen leider an der Tagesordnung, wie wir aus unserer Zusammenarbeit mit der Hundehilfe Polen wissen – wenn etwas Neues in Aussicht gestellt wird, müssen keine Gelder für die alten Objekte bereitgestellt werden...
 
Dennoch macht die Tierheimleiterin  unermüdlich bei der Stadtverwaltung auf die Anliegen des Tierheims aufmerksam. Letztes Jahr konnte sie bewirken, dass eine alte Scheune zu einem Bürogebäude umgebaut wurde, das nur leider jetzt schon wieder renovierungsbedürftig ist:
Aufgrund der Gegebenheiten laufen die Hunde nämlich frei im Gebäude herum und „bewohnen“ es, was weder der Ausstattung noch der Bausubstanz wirklich gut tut.
 
Die Mitarbeiter renovieren und reparieren in Eigenleistung – was aber letztlich unter diesen Umständen eine Sisyphusarbeit ist und immer nur Flickwerk bleibt.
 
 
Die Tierheimleitung lässt nicht locker und bemüht sich weiterhin um einen Neubau in einem geeigneteren Umfeld – würde sich aber auch notfalls mit der Situation arrangieren, wie sie ist, wenn sich keine andere Lösung auftut.
 
 
 
 
 
Am Ende eines jeden Jahres kommt es – wie in Polen üblich – zu einer Ausschreibung. 
Diese Art der Betreiber-Vergabe ist ein für unsere Verhältnisse unverständliches Kuriosum in Polen:
Dabei kann sich quasi jeder um die Verwaltung des Tierheims bewerben, z.B. Firmen, die etwas für ihr Image tun wollen. Die Entscheidung, wer das Tierheim das kommende Jahr betreibt, liegt allein bei der Stadt.  
In Wieluń hofft man natürlich, in dieser Besetzung unter Federführung des 2004 gegründeten Vereins weitermachen zu können – aber das ist jedes Jahr wieder sehr unsicher...
 
Die finanzielle Situation des Tierheims ist weiterhin kritisch:
 
Aktuell erhält das Tierheim 50.000 Zloty pro Jahr von der Stadt – das sind knapp 14.000 ¤. Das Jahresgehalt eines einfachen Mitarbeiters beträgt 25.000 Zloty - das bedeutet, dass das Geld von der Stadt gerade mal die Gehaltskosten von zwei Mitarbeitern im Jahr abdeckt. Spenden kommen unregelmäßig und leider auch nur in geringem Umfang.
 
Aber wo bleiben da die Hunde?  
 
Das Futter ist immer knapp, die Tierarztkosten müssen bezahlt werden ebenso wie die Zwinger und Hütten, in denen die Tiere leben, die Näpfe, die Ausrüstung der Krankenstation, Medikamente, Entwurmungskuren etc.!
 
Und was ist mit Instandsetzungsarbeiten im Tierheim, die, wie wir oben aufgezeigt haben, regelmäßig notwendig sind? Für all das ist kein Geld da – hier können wir von SABRO – mit Ihrer Hilfe - einspringen! Mit Sachspenden und zweckgebundenen finanziellen Mitteln können wir den Hunden das Leben erleichtern und die Tierheimmitarbeiter vor Ort in ihrem Engagement unterstützen.